Archiv der Kategorie 'Geschichte'

Nochmals Tidiane N’Diaye zum arabischen Sklavenhandel I

20.04.2010

Wie versprochen habe ich das Buch von Tidiane N’Diaye “Der verschleierte Völkermord” jetzt gelesen. Hier zunächst die Kopie des Vorworts:

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Klaus Rainer Röhl: Der Völkermord an 2 Millionen deutschen Flüchtlingen!

19.04.2010

Überall Holocaust und Völkermord - nur in einem Fall wird nicht ermittelt, nichts geschrieben, nicht protestiert. Zwei Millionen Deutsche wurden in Polen, der Tschechei und anderen osteuropäischen Ländern zum Ende des Krieges oft bestialische gefoltert und umgebracht! Kein Täter wurde je zur Verantwortung gezogen, niemand redet von Völkermord, außer Klaus Rainer Röhl:

Was uns als Überlebende der Vertreibung von fast 15 Millionen Deutschen auffällt: Zwölf Millionen Flüchtlingen und Vertriebenen, die bis 1949 in den Westen kamen, folgten bis 1994 noch einmal 3,5 Millionen Aussiedler. Außerdem flohen aus dem Gebiet der Sowjetzone, der späteren DDR, bis Ende 1989 4,6 Millionen. 20 Millionen Deutsche verloren ab 1944 Heimat, Vermögen und Land. Über zwei Millionen verloren durch Flucht und Vertreibung ihr Leben.
Ebenso wie die Deportation und Ermordung der Armenier und der europäischen Juden durch die Nationalsozialisten sind die Vertreibung der Deutschen und der Tod so vieler dieser Flüchtlinge einmalige Ereignisse in der neueren Geschichte, die jede bisher gekannte geschichtliche Dimension sprengen. Es sind singuläre Verbrechen. Hitlers Deportationen und die Ermordung der europäischen Juden wurden im Nürnberger Prozess als Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt. Der Gedanke eines übergreifenden Rechts, nach der alle diese Verbrechen strafbar und zudem unverjährbar sind, hat mit der Einrichtung der Internationalen Gerichtshöfe in Den Haag und Rom Auftrieb erhalten. Nach diesem Recht werden die Kriegsverbrechen der Serben und Kroaten der neunziger Jahre abgeurteilt. Dürfen die Kriegsverbrechen, der Völkermord durch die Türken, die Vertreibungsverbrechen der Russen, Tschechen und Polen an den Deutschen nach einem anderen Maßstab beurteilt werden?

Mißbrauch? Verdingkinder in der Schweiz!

10.04.2010

Die NZZ hat ein lehrreiches Foto abgedruckt. Es zeigt sogenannte “Verdingkinder” um 1910 herum in der Schweiz. Sie haben keine Hemden und müssen barfuß ein schweres landwirtschaftliches Gerät über einen rauhen Acker ziehen wie das Vieh. Niemand störte das! Im Gegenteil, das war behördlich angeordnet. Die Kinder waren ihren Familien aus welchen Gründen auch immer vom Staat weggenommen worden und in einem Heim, einer Anstalt oder bei einer sogenannten Pflegefamilie untergebracht, wo sie als Sklaven ohne Lohn bei kargem Essen in einem ungeheizten Raum vielleicht einen Strohsack zum Schlafen hatten, sonst nichts! Man stelle sich den heutigen PETA-Aufschrei vor, wenn eine Kuh die Walze ziehen müßte. Dabei ist alles erst 100 Jahre her!

Sehen Sie, genau das ist es, was ich diesen ganzen Pfeifen und Ignoranten in unseren Geschichtswissenschaften vorwerfe! Seit 1968 kommen sie nur noch mit der absoluten Moral und der Nazikeule daher. So kann aber Geschichte niemals sinnvoll geschrieben werden. Wenn wir gerecht beurteilen wollen, was 1900 oder 1950 passiert ist oder was ein Politiker damals angeordnet oder verbrochen hat, sollten wir auch wissen, wie sich das Leben damals allgemein abgespielt hat, wie die Leute gelebt, was sie gedacht haben, was um sie herum geschah, mit welchen Eindrücken sie aufgewachsen sind. Nur so werden wir der Historie und unseren Vorfahren gerecht und nicht mit Claudia Fatimas Empörungshirn!

Aghet – der türkische Völkermord an den Armeniern am Freitag im Ersten!

6.04.2010

Das deutsche Fernsehen zeigt - oh Wunder - einen Film über den Genozid an den Armeniern: Aghet - Ein Völkermord, am Freitag, 9. April 2010, 23:30 Uhr, ARD, und Dienstag, 13. April, 20:15 Uhr, Phoenix - mit anschließender Diskussion. Die deutsche Presse verschweigt das Ereignis bisher, deshalb protestieren die Türken nicht. Abgesetzt wurde der Sendetermin anscheinend auch noch nicht! Also bitte bekanntmachen in den anderen Blogs! Die FAZ hat aber dazu vor Ostern einen langen Artikel geschrieben, der im Blog Madrasa of TIME vollständig abgedruckt zu sein scheint! Die FAZ lobt den Film schwer!

Hochhuths “Stellvertreter”, Pius XII. und Pave the Way

5.04.2010

Gestern nacht zeigte das Erste den “Stellvertreter”, einen Spielfilm von 2002, der Rolf Hochhuts gleichnamiges Theaterstück von 1963 als Vorlage benutzt, in dem PIUS XII. beschuldigt wird, er hätte zum Judenmord im Dritten Reich geschwiegen, anstatt mehr zu protestieren, ein Vorwurf, den man teilen kann. Frech wird es erst, wenn man Pius plötzlich zu “Hitlers Papst” macht, ein späteres Buch, bei dem gleich das Umschlagbild gefälscht war. Zufällig stieß ich vor ein paar Wochen auf diese Internetseite “Pave the Way”, die von einer US-Stiftung betrieben wird, welche den damaligen Papst verteidigt. Gründer des Vereins ist ein Jude namens Gary Krupp, der in seinem Ruhestand angefangen hat, nur dieses eine Thema zu studieren und Dokumente zu sammeln. Leider ist die Seite ziemlich unübersichtlich. Interessierte sollten selber darin stöbern, es können offensichtlich auch lange Dokumente heruntergeladen werden.

Laut Krupp war es tatsächlich Hochhuth, der es ganz alleine fertigbrachte, den Ruf des Papstes zu unterminieren. Vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg habe niemand Pius XII. angegriffen, und er sei hochgeehrt gewesen. So fand Krupp von 1939 bis 1958 keinen einzigen negativen Artikel über Pius in der Palestine Post und der New York Times. Was viele vergessen haben - der Dramatiker Hochhuth hatte bereits im Stellvertreter Churchill kritisiert, und in seinem nächsten Theaterstück “Soldaten” (1967) trat Bomber-Harris auf. Irgendwann in dieser Zeit muß Hochhuths Freundschaft mit dem Holocaust-Leugner Irving entstanden sein, wie das jugendliche Foto oben zeigt. Schon etwas schizophren! Pius XII. macht er mitschuldig an Millionen Toten, und 2005 nannte er seinen Freund Irving einen seriösen Wissenschaftler!  Aber lassen wir das, das Archiv ist bereits voll mit Hochhuth und Filbinger, Hochhuth und KGB und so weiter. Gehen wir lieber zum Bonmot von Pave the Way:

Wenn irgendwo ein Problem ist, passiert folgendes. Drei Leute versuchen, etwas Konkretes zur Lösung beizutragen. Zehn Leute halten einen Vortrag darüber und analysieren, was die drei machen. Hundert Leute loben oder kritisieren die zehn Vorträge. Tausend Leute streiten sich dann über das Problem. Und ein Mensch, nur einer, vertieft sich so ausgiebig in die richtige Lösung, daß er viel zu beschäftigt ist, all den anderen und ihren diversen Meinungen zuzuhören.

Und dieser eine ist in diesem Fall eher ein Mann wie Gary Krupp und nicht das Spargel-Magazin. Vielleicht sollte man sich aber auch beim Bloggen nur noch mit einem Thema beschäftigen?

Philip Jernkins: Türkische Herrschaft ähnelte Naziherrschaft

4.04.2010

In einem US-Flughafens stieß ich zufällig  auf den obigen Titel God’s Continent. Christianity, Islam and Europe’s Religious Crisis, das Werk eines Professors namens Philip Jenkins, der ziemlich islamfreundlich schreibt und alles entschuldigt, was man noch irgendwie entschuldigen kann. Trotzdem ist er fair und schreibt keine Lügen, schon gar keine absichtlichen. Was das Verhältnis Islam-Europa zu Zeiten der Kreuzzüge und danach angeht, schreibt er ab Seite 104 ff. folgendes:

Wie auch immer, die Beziehung war eher charakterisiert durch eine wohlfundierte Angst, wobei die Muslime gewöhnlich die Rolle des Aggressors und Sklavenhalters einnahmen. Die christlichen Bevölkerungen auf dem Balkan blieben bis in die Moderne unter der Fuchtel türkischer Unterdrückung und litten unter einer brutalen Besatzung, die legitimerweise mit späteren europäischen Erfahrungen unter den Nazis oder unter kommunistischer Herrschaft verglichen werden kann. Die türkische Herrschaft ähnelte der Naziherrschaftz durch die Schaffung einer Herrenkaste, in diesem Fall den Moslems, vor denen alle verachteten unteren Rassen kuschen mußten..

Rest leider auf Englisch, ich gebe es zu, ich bin zu faul zum Übersetzen:

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Wie lieb die Muslime doch zu den Christen im “Goldenen” Zeitalter waren!

2.03.2010

Da ist der Kauf einer Steuer-CD ein Liebesakt dagegen! Am Ende des 9. Jahrhunderts beschreibt Prinz Ibn al-Mu’tazz die Steuereintreibung des Wesirs Ibn Bulbul, 1000% inklusive:

Wie manchen edlen ehrwürdigen und ritterlichen Mann sah man, wie er durch die Schergen in die Gefängnisse und ins Steueramt geschleift wurde. Wie man ihn in die Hölle der Mittagssonne stellte, bis sein Kopf wie ein brodelnder Topf wurde. Um die Hand legten sie hänfene Stricke, die die Gelenke durchschneiden, und hingen ihn an den Wandhaken auf wie eine Kühlkanne. Und schlugen ihn auf den Kopf wie auf eine Trommel, tückisch mit dem Auge eines Schadenfrohen. Wenn er um Hilfe rief gegen die Sonnenglut, dann antwortete ihm ein Steuereintreiber mit Tritten, und ein Kerkerwärter goss Öl auf ihn.
Doch als ihm die Pein zu lange ward, und er dem Verlangen der anderen nicht mehr entrinnen konnte, sprach er: ‚Verstattet mir, dass ich die Kaufleute um ein Darlehen bitte, wo nicht, dass ich ein Stück Land verkaufe. Und gebt mir fünf Tage Frist, so umkettet ihr mich mit Gefälligkeit’. Aber sie bedrängten ihn und gaben ihm nur vier, und vom Reden war da weiter nichts zu hoffen. Da kamen zu ihm die frevlerischen Helfer und liehen ihm Geld, 1 für 10, schrieben einen Kaufbrief über den Verkauf und ließen ihn den Verkaufseid schwören. Dann bezahlte er, was er schuldig war, ging fort und begehrte nicht, sich in der Nähe aufzuhalten
Und die Schergen kamen zu ihm und bettelten ihn an, als ob sie ihn im Bade massiert hätten. Und wenn er sich weigerte, nahmen sie ihm seine Kopfbinde ab und zerkratzen ihm Nacken und Schädel…

A. Mertensacker (hg.), Der Islam im Zeugnis von Heiligen und Bekennern, Lippstadt 2000