Archiv der Kategorie 'Gutmenschen'

Die heiligen Alleinerziehenden

5.02.2010
Früher hätte man in Sachen Elend und Verarmung vielleicht einen Obdachlosen präsentiert, der im Stadtwald campiert, eine verarmte Seniorin ohne Witwenrenten-Anspruch, einen teilamputierten Gerüstbauer, der keinen Arbeitsplatz mehr findet - heute stellt all diese Schicksalsschläge die Alleinerziehende alle in ihren großen, dicken, unhinterfragten Schatten.Ihre Gruppe wächst in Deutschland staunenswert schnell - genauso die Kosten für ihre Alimentierung. Im Osten der Republik bilden Alleinerziehende 26 Prozent aller Haushalte mit Kindern. Bundesweit leben heute 2,2 Millionen Kinder leben in rund 1,6 Millionen Ein-Eltern-Familien. Die rund zehn Prozent alleine erziehenden Väter taugen aber nicht zur Vorführung als bedauernswertes Etwas; dazu braucht es das Optimum, die Alleinerziehende mit der fünffachen Mitfühl-Voraussetzung: jung, weiblich, vom bösen Manne verlassen, systemisch benachteiligt, in steter Sorge ums Kind verzehrt. Dagegen wirken verschüttete Erdbebenopfer fast schon privilegiert.

Gut gesehen von P-H Gruner bei DR-Radio! 

Michael Wiesberg: Die ewige Schuld der Euroamerikaner

5.01.2010

Um wieder ernster zu werden, hier ein Zitat, das auch schlagend beweist, wie dumm manche Verschwörungstheorien sind. Die Vergötterung der Einwanderer ist keine Spätfolge der “Reeducation” oder ein Befehl der “Ostküste”, ihr Blödnazis, sondern solche verhängnisvollen Entwicklungen ziehen sich über Jahrhunderte durch Volksseele und Geistesgeschichte! Aber dazu braucht man erst mal Hirn. Michael Wiesberg in der Jungen Freiheit hat eines:

Die Idealisierung des Fremden, verbunden mit der gleichzeitigen Abwertung des Eigenen, begann im 16. Jahrhundert mit dem „guten Wilden“ und erreichte Ende der 60er Jahre mit der Vergötzung von Dritte-Welt-Bewegungen einen Höhepunkt. Selbst ein Staatsverbrecher wie Mao Tse-tung mutierte in dieser Zeit zum Messias. Im gleichen Maße wurde der Westen zum „Hort der größten Verbrecher der Geschichte“ – so der 1982 zum Islam konvertierte französische Philosoph Roger Garaudy. Das Bewußtsein, das der heutige, politisch korrekte „Euroamerikaner“ an den Tag zu legen hat, umreißt Bruckner ironisierend wie folgt: „Wir, die Verwöhnten dieser Erde, die wir den Kolonialismus, den Sklavenhandel, den Völkermord an den Indianern hervorgebracht haben und die wir allein durch die Auswirkungen des ungleichen Tauschs [gemeint sind die Mechanismen des „Kapitalismus“] jedes Jahr ‘50 Millionen’ Menschen vernichten, wir besitzen das Monopol des Völkermords.“

Genauso ist es mit den Grünen! Daß fast die gesamte deutsche Bevölkerung diesen Rattenfängern auf den Leim kriecht, ist nicht ausschließlich das Werk von Claudia und Angela! Wo sind denn die meisten Gedichte über Wald und Wiesen, Rehlein und Blümelein erschienen? Richtig! In Deutschland! Schon vor 200 Jahren in der Romantik und noch früher! So was zieht sich endlos durch in der Volksseele von Caspar David Friedrichs Rügen bis zum Förster im Silberwald, so was ist nie das Werk einer Dekade! Auch die Nazis hatten eine grüne Ader für die Scholle!

Noch drei Anmerkungen zum JF-Artikel! Das  zitierte Interview mit dem großartigen Egon Flaig ist bei uns hier diskutiert worden. Wer über Weihnachten nicht da war, UNBEDINGT LESEN! Zweitens ist der französische Philosoph Pascal Bruckner ein äußerst gescheiter zeitgenössischer Beobachter! Lesen Sie z. B. mal das hier! Oder die Diskussion im Perlentaucher zum Islam! Und schließlich, der zum Islam übergetretene Roger Garaudy war vor seinem Übertritt zum Islam als Intellektueller ein führender Kommunist in Frankreich!

Ralf Fücks (Grüne) afghanistanmäßig contra Bischöfin Käßmann (Gutmenschin)

2.01.2010

Es geschehen manchmal Zeichen und Wunder. Ralf Fücks, Altachtundsechziger und Kommunist damals, gehört zum grünen Urgestein und ist Vorstand der grünen Heinrich-Böll-Stiftung. In einem Offenen Brief wendet er sich nun gegen die “Bischöfin” Käßman, die ihrem Namen alle Ehre machend über Weihnachten und Neujahr wieder einmal, wie es deutsche Kirchenführer so an sich haben, billigen polit-korrekten Käse abließ, unter anderem, die Bundeswehr solle aus Afghanistan abziehen. Darüber kann man geteilter Meinung sein, aber Leute, die so etwas predigen, sind nicht tapfere Kämpfer gegen Tod und Teufel, sondern feige Einschleimer beim gefühlten Mainstream. Solches Verhalten ist kein Grund, Kirchensteuer zu zahlen, sondern auszutreten. Jedenfalls ging diese Predigt sogar dem Grünen Fücks gegen den Strich:

Sie vermehren damit die Inflation politischer Stellungnahmen von Kirchenoberen, die selten über gut gemeinte Banalitäten hinauskommen. So wird die Abwesenheit einer religiösen Botschaft mit politischen Stellungnahmen übertüncht: Tagespolitik statt Transzendenz. Es geht hier nicht um die Pflicht der Kirche, den Mächtigen ins Gewissen zu reden und Partei für die Gedemütigten zu ergreifen. Würde die Vorsitzende der EKD das Prinzip Verantwortung einfordern oder den Tanz ums Goldene Kalb geißeln, so würde sie auch in meinen Augen nur ihres Amtes walten. Was mich allerdings gegen Kirchenfunktionäre aufbringt, ist die zur Routine gewordene Unart, im Brustton der höheren Moral politische Handlungsanweisungen zu erteilen. Man wusste schon bei Ihrem Vorgänger im Amt oft nicht, wen man da vor sich hatte: einen Politiker im Gewand des Kirchenmanns oder einen politisierenden Bischof? Eine Kirche ist eine Kirche und keine Partei, und politische Belehrungen von Kirchenoberen werden nicht sympathischer, wenn sie mit „progressivem“ Gestus vorgetragen werden.

Richtig!

Künstler-Unruhe für solidarische, multikulturelle Gesellschaft

13.10.2009

Der Koalitionsvertrag ist noch nicht unterschriftsreif, da bricht bei unseren Künstler die “große französische Revolution aus”! Freiheit, Gleichheit, Solidarität:

Unruhe für eine solidarische multikulturelle Gesellschaft
Unruhe gegen Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit und rechte Gewalt
Wir wollen eine Kultur des Handelns und nicht bequemes Wegsehen. Wir wollen eine Kultur der Aufklärung über die Verbrechen des Nazi-Faschismus. Wir fordern das sofortige Verbot der NPD! Wir fordern das Ende der inhumanen Abschiebepraxis und der Asylpolitik in Deutschland. Wir fordern ausreichende humane und existentielle Hilfe für Menschen in Afrika und das Ende der Dauertragödie der “Festung Europa” mit wöchentlichen Meldungen über ertrunkene Bootsflüchtlinge im Mittelmeer.

Und welche 500 Rindviecher unterschreiben diesen Mist? Gucke da!

Alexander Schuller: Soziale Gerechtigkeit

6.10.2009

Ein kurzer Aufsatz mit interessanten Aspekten:

Jedes mit jungen Afrikanern vollgepackte Ruderboot, das an der italienischen Küste landet, verlangt es, die in Europa gültige Theorie von sozialer Gerechtigkeit in die Praxis umzusetzen. Christus oder Moses, Sokrates oder Buddha hätten diese Theorie wohl nicht verstanden, auch Luther nicht. Für sie wird Gerechtigkeit nur dann sozial, also menschlich, wenn sie Menschen von gleicher Tradition und Kultur zu einer Gemeinsamkeit von Pflichten und Rechten bündelt. Hier ist Gerechtigkeit nicht abstrakt, sondern konkret, sinnlich, persönlich. Sie kann nicht verordnet werden.

Die Toleranzsäule in Freiburg

12.09.2009

Interessant! Nachdem es in der grünverblödeten Stadt Freiburg, von einem grünen OB regiert, einen Haufen böser Nachtruhestörer gab, wurde ein Alkohol- und Platzverbotverbot an neuralgischen Stellen erlassen. Dies wurde aber von einem Gericht gekippt. So kamen die Gutmenschen auf die glorreiche Idee, eine Toleranzsäule auf den Augustinerplatz zu stellen. Um 10 Uhr stellt die auf Gelb, das heisst, ruhiger sein. Um 11 Uhr stellt sie auf Rot, das heisst dann, nach Hause und ins Bett, ihr Komasäufer.
Leider funktioniert das Gutmenschenprojekt nicht so richtig. Es fliegen Flaschen und Farbe gegen die Säule, und laut ist es auch. Dies stand so in etwa in der Süddeutschen vorgestern. Anscheinend steht das Ding aber schon seit Juni (siehe da mit Links). Wer kennt sich dort aus? Wie steht es mit der Toleranz aktuell?

Das Bildungsgedöns zu Schuljahresbeginn

27.08.2009
Die letzten Meldungen zum Ende der Ferien in vielen Bundesländern: „Einigung auf höhere Gehälter für junge Lehrer in Berlin“, „Zum Schulbeginn mehr Lehrer gefordert“, „Immer mehr Brandenburger Lehrer melden sich krank“, „NRW-Ministerin kann sich Schulen vorstellen, die auf Hausaufgaben ganz verzichten“, „Insgesamt dreißig neue Quereinsteiger in den Lehrberuf in Hessen“.Datieren kann man solche Meldungen nur, wenn sie schon datiert sind. Denn es sind die Meldungen, die jedes neue Schuljahr eröffnen, vorsichtig geschätzt: seit Jahrzehnten. Mehr Geld, kleinere Klassen, die nichtverbesserbaren Krankenstände, die Vorstellungskraft von Bildungsreformern, auf was alles man verzichten kann, der Ruf nach mehr Praktikern oder neuen Schulfächern oder mehr Computern. Kindgerechter, weltgerechter, sozial gerechter, individueller, leistungsfähiger, einfühlsamer soll die Schule sein, alles zugleich. Bildungshistoriker sind Chronisten einer ewigen Wiederkehr der gleichen Wertappelle.

Für keine dieser Forderungen gibt es dabei stichhaltige Hinweise, ihre Erfüllung ändere die Lage an den Schulen maßgeblich. Nicht einmal dafür, dass Klassen mit neunzehn Schülern besser lernen als solche mit zweiundzwanzig, spricht mehr als das Vorurteil derjenigen, die selbst in Klassen mit siebenundzwanzig Schülern aufwuchsen…

Der ganze Artikel aus der FAZ von Jürgen Kaube steht hier: Emma war nicht so teamfähig!