Schwäbische und venezianische Küche
4.06.2010Eine typische schwaebische Kleinstadt (20.000 Einwohner) hat 6 Doener, 3 Italiener, 1 Griechen, 1 Jugoslawen, 3 Chinesen, 1 Inder und 3 deutsche Restaurants. Auch in den “schwaebischen” Gaststaetten gibt es oft Spaghetti und Pizza, natuerlich das obligatorische Schnitzel, Spaetzle aus der Packung, Flammkuchen aus dem Elsass, eine Bratwurst, das ist es dann, was schwaebische “Spezialitaeten” angeht. Maultaschen oder saure Kutteln Fehlanzeige! Von den genannten Auslaendern bringt keiner ein schwaebisches Gericht auf den Tisch!
In Venedig - gemeint ist die alte Kernstadt (60.000 Einwohner), und natuerlich war ich nicht in saemtlichen Gassen, aber in ziemlich vielen - findet man 2 Doener (aber auch mit Pizza), 0 Inder, 0 Chinesen, 0 Griechen, 0 Schwaben. Das Essen ist ueberall italienisch und vor der Tuer steht allermeistens ein Italiener. Geht man rein, trifft man sehr oft auf Chinesen, Inder, Tamilen und sonstige Dunkelhaeutige aus Fernost oder Afrika, je naeher man zur Kueche gelangt! Und die kochen und braten Tagliatelle, Ravioli, Gnocchi, Fische und sonst was, wie gesagt, alles italienisch!
Da stellt sich doch die Frage, warum in Deutschland die Auslaender auslaendisch kochen und in Italien italienisch? Mir ist kein Gesetz bekannt, keine Anweisung, kein Verbot. Offensichtlich moechten die Italiener und Millionen Touristen in Venedig keine Pekingenten, Glasnudeln, Gyros, Pleschkawitza oder Currygerichte? Aber Schwaben im Schwabenland stehen auf Doener! Wer hat eine Erklaerung? (Die rumaenischen und slowakischen Zigeuner spielen allerdings neben dem Kanal am liebsten Sinatra!)

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