Hypo Real Estate-Rettung war richtig

30.09.2008

Pfandbrief

In Zeiten wie diesen schüttet man gerne das Kind mit dem Bade aus. Laßt doch die Banken pleitegehen, ist doch mir wurscht! Wieso soll man diesen dummen Bankern helfen? So einfach ist das aber nicht in jedem Fall. Die Rettung der Hypo war richtig aus mehreren Gründen. Warum?

Die Krise der Hypo Real Estate hängt mit der aufgekauften Depfa zusammen. Der Name bedeutet seit 1922 Deutsche Pfandbriefanstalt. Und diese Bank macht höchst seriöse Geschäfte. Die Depfa verleiht Geld nur an staatliche Schuldner. Seriöser geht es nicht! Um aber Geld verleihen zu können, muß man erst welches haben. Dazu werden, wie der Name schon sagt, Pfandbriefe ausgegeben und verkauft. Etwas Sichereres gibt es außer AAA-Staatsanleihen nicht. Wenn in einem Hypothekenpfandbrief der Wert eines Bürogebäudes steckt, dann nicht mit einem erwarteten und hochgerechneten Luftikus-Wert vom St. Nimmerleins-Tag in fünf Jahren, sondern im Gegenteil mit Sicherheitsabschlägen bis zur Hälfte des momentanen Wertes einer Immobilie! Pfandbriefe sind mündelsicher,  sogenannte Witwen- und Waisenpapiere, die im Fall einer Bankpleite als erstes bedient werden! 

Die zweite Methode der Refinanzierung besteht aber aus kurzfristigen Geldgeschäften. Angesichts der allgemeinen Vertrauenskrise, in welcher derzeit keine Bank einer anderen Bank mehr etwas ausleiht, kriegte auch die Depfa keine kurzfristigen Kredite mehr, obwohl ihre Schuldner und ihr Geschäft über jeden Verdacht erhaben sind. So kam es zur Schieflage, ausgerechnet mit einer Bank, welche die Hypo Real Estate aufgekauft hatte, um sich selber sicherer zu machen!

Nun kann es sich der Staat nicht leisten, den 900 Milliarden Pfandbriefmarkt, der seit Friedrich dem Großen floriert, in Unsicherheit zu stürzen. Das sind Papiere, welche von vielen verschiedenen Organisationen, Firmen, Banken, Versicherungen und Privatleuten als Anlage gehalten werden! Ob die 25 Milliarden-Bürgschaft, welche der Hypo als Sicherheitsleistung angeboten wurde, überhaupt gebraucht wird, steht nicht fest! Infos und Zahlen sind aus diversen FAZ-Artikeln, für die Richtigkeit keine Haftung. Kleiner Auszug: 

Dass die Finanzkrise in Deutschland ausgerechnet bei der Depfa ihren bisher dramatischsten Höhepunkt erreichen würde, kam offensichtlich auch für deren eigenes Management völlig überraschend. Denn bisher galt das Geschäft der Depfa - die Abkürzung steht für Deutsche Pfandbriefanstalt - als vergleichsweise risikoarm. Die Bank, die 1922 vom damaligen preußischen Finanzministerium gegründet und 1990 privatisiert wurde, lebt davon, staatlichen Schuldnern Darlehen zu geben. Und die sind meist wesentlich verlässlicher als private Kreditnehmer. Mit einem Kreditbuch von rund 230 Milliarden Euro ist die Depfa ein Riese im Geschäft mit der Staatsfinanzierung. Sehr viel risikoärmer konnte man eher bescheidene, aber dafür stabile Erträge im Bankgeschäft nicht erwirtschaften. Bisher jedenfalls. Nicht zuletzt deshalb hat die HRE die Depfa im Sommer 2007 für 5,7 Milliarden Euro gekauft, um ihr schwankungsanfälligeres Immobiliengeschäft zu stabilisieren.

Erst die Finanzkrise legt schonungslos den wunden Punkt der Depfa offen. Weil sie wie auch die Muttergesellschaft HRE kein Einlagengeschäft betreibt, ist sie zur Refinanzierung ihrer meist lang laufenden Kredite auf den Kapitalmarkt angewiesen. Das geschieht langfristig durch die Begebung von Pfandbriefen, also einer besonders gut besicherten Form von Anleihen, aber auch kurzfristig am sogenannten Geldmarkt, auf dem sich Großbanken gegenseitig und für kurze Zeit untereinander Geld leihen. Mehr als 50 Milliarden Euro im Jahr finanziert die Depfa auf diesem sogenannten Interbankenmarkt. Dies sei aber wegen der Finanzkrise nicht mehr möglich, sagte HRE-Finanzvorstand Markus Fell am Montag in einer Telefonkonferenz. “Der Interbankenmarkt ist tot”, sagte Fell.

Der Bank drohte das sogenannte Fristentransformations-Risiko zum Verhängnis zu werden: Das langfristig ausgeliehene Geld kann kurzfristig nicht mehr refinanziert werden. Im schlimmsten Fall hätte die Liquiditätsklemme der Depfa deshalb zur Zahlungsunfähigkeit und damit der Insolvenz der HRE insgesamt geführt.

37 Antworten zu “Hypo Real Estate-Rettung war richtig”

  1. Anonymous meint:

    mass dir mal hier kein urteil an.
    ..denn langfristig verleihen und kurzfristig refinanziern ist risiko pur

    kewil: Such Dir erst mal einen Namen, Du Arsch! Zweitens kannst Du vielleicht lesen, dass nicht nur kurzfristig refinanziert wurde sondern zu drei Viertel langfristig! Ohne Kurzfrist kommt keiner aus, das braucht man zur Flexibiität!

  2. no mercy meint:

    Nein, diese Parasiten haben keine Unterstützung verdient. Entweder ist man liberal, dann läßt man den Dreck zusammenbrechen, oder man ist sozialistisch, dann verstaatlicht man ihn. Aber es ist einfach neofeudalistisch-pervers, diesen lobotomisierten, parasitären Komplettversagern Steuergelder hinterherzuschmeißen.
    Bei Fortis bekommt Verwilst als “goldenen Fallschirm” 5 Millionen.
    Man sollte langsam über eine teilweise Rehabilitierung der RAF nachdenken, denn, jetzt wird es dialektisch, als Kommunisten haben sie immer auch Kommunisten bekämpft, wie früher schon die Stalinisten die Trotzkisten.
    Und was sind diese glibbeigen Finanzdilletanten anderes als superkommunistische Extremparasiten?
    Nein, entweder Kapitalismus, da gehört meine Geld mir, oder Kommunismus, da brauche ich mir dann auf einfachem materiellen Niveau keine Sorgen zu machen.
    Aber das gegenwärtige kriminelle System soll einfach krepieren.

  3. r2d2 meint:

    OT aber interessant: Die Polizeit hat die “südländischen” Schläger gefasst, die vor kurzem ein Erntedankfest in Bad Sooden-Allendorf überfielen (”Scheissdeutsche”):

    http://www.faz.net/s/Rub77CAECAE94D7431F9EACD163751D4CFD/Doc~E8C4D2B70B1684BA6828389A4AE4C730E~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  4. Onkel Peter meint:

    Die vier seien bereits wegen anderer Gewaltdelikte der Polizei bekannt. Zu dem Vorfall in Bad Sooden-Allendorf hätten die Männer keine Angaben gemacht. Laut Polizei bleiben die vier wegen fehlender Haftgründe auf freiem Fuß.

    Sehr witzig

  5. Georg meint:

    Waaas denn? Gar kein Bundeswehr-Hubschrauber, keine Overalls, keine Gesichtsmasken??? Schwach, da haben wir schon besseres gesehen.

  6. Jochen Hoff meint:

    Ich bin ein Analphabet und kann nicht lesen! Ich weiß nix und schreibe trotzdem. Als Volltrottel ist mir nicht klar, daß die Kreditnehmer einer Hypothekenbank natürlich höhere Zinsen zahlen, als die Bank selbst für die Pfandbriefe und den kurzfristigen Interbankenmarkt ausgibt! Oh, ich spül mich jetzt das Klo runter!

    kewil: Wo? Ich mach noch ein großes Geschäft auf dich und dann den Deckel zu!

  7. kewil meint:

    nomercy,

    stehst du manchmal unter Drogen? Die Fortis-Probleme kenne ich nicht, heute ist noch die Dexia dran, die Iren haben ihre Banken geaschützt usw.
    Entweder oder gibt es in der Politik nicht oder nur bei Leuten wie Hitler, ansonsten besteht Politik nur aus Kompromissen!

  8. Anti Merkel Movement meint:

    ich bin der meinung wer das geld nicht hat soll auch kein haus bauen oder kaufen können. hypothekenbanken sind zockvereine und müssen weg.

  9. Schwierige Geschäfsmodelle in der Bankenwelt meint:

    […] Hypo Real Einseitigkeitsdeal DUCKHOME in seinem heutigen Blogbeitrag. Dagegen sehr befürwortend, kewil von […]

  10. Auf und davon meint:

    # no mercy meint:
    30.09.2008 um 14:21

    “Nein, diese Parasiten haben keine Unterstützung verdient. Entweder ist man liberal, dann läßt man den Dreck zusammenbrechen, oder man ist sozialistisch, dann verstaatlicht man ihn.”

    Man muss sich nur wundern wie wenig wirtschaftlicher Sachverstand, nein Grundlagenwissen, bei den Deutschen vorhanden ist. Die Deutschen sind volks- und betriebswirtschaftliche Idioten. Zu dem Schluß kommt man zwangsläufig beim Lesen der Kommentare. Ob Welt oder Spargel Online und dem Rest der Verblödungsmedien. Linkslastiges Geschwurbel. Verstaatlichungsparolen. Ja klar. In der DDR und Rußland gabs vormals verstaatlichte Banken. Wenn euch das lieber ist. Landesbanken und KfW sind schon ein guter Anfang. Der Verwaltungsrat dieser “Institute” randvoll bestückt mit politischen Flachzangen und Ahnungslosen wie die rote Heidi, die unsere Steuergelder lieber in korrupte Diktaturen trägt.

    Was lernt man eigentlich heute noch auf deutschen Schulen? Häkeln und Grass interpretieren? Bestimmt nicht wirtschaftliche Zusammenhänge. Wieso auch. Ein Ergebnis jahrzehntelanger sozialistischer Verdummung und Verhetzung. Da wundert einen die geringe Aktienquote auch nicht mehr. Und wenn schon Aktien dann kauft Lieschen Müller Telekom, Volkswagen oder Deutsche Bahn. Nur was “Vater” Staat empfiehlt. Und wundert sich noch über Negativrenditen. Es ist Hopfen und Malz verloren.

  11. Toranaga meint:

    Tgl. werden neue Unterstützungen gebucht. Es ist einfach nicht mehr abzusehen wann es aufhört.

    Zudem gehen die Pleiten so seriell vonstatten, dass sich der Verdacht aufdrängt. Schön langsam eintröpfeln, dann schmeckt die Medizin nicht mehr so bitter.

  12. Anti Merkel Movement meint:

    wer nach der .com blase noch auf solche luftaktien gesetzt hat dem geschieht es ganz recht

  13. Auf und davon meint:

    Wie die Finanzkrise eine 70-Jährige um die Ersparnisse brachte

    Sie legte 10.000 Euro an, jetzt sind sie weg. Ingrid Otto, Rentnerin aus Berlin, hat ihr Vermögen verloren, weil sie sich “krisenfeste” Zertifikate der Pleitebank Lehman andrehen ließ. So wie ihr geht es Tausenden deutschen Kleinsparern - in diesen Tagen bekommen sie die Hiobsbotschaften per Post.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,581478,00.html

    Mache jede Wette dass 98% aller deutschen Anleger nicht wissen was Emittentenrisiko bei Zertifikaten bedeutet. Wahrscheinlich nicht mal deren Verkäufer. Woher auch. Dieses Zertifikateunwesen gibt es fast auschließlich im Deutschland, im Land der Kleinsparer und Unbeleckten. Keinem Ami könnte man so einen Mist verkaufen.

  14. Anti Merkel Movement meint:

    70 jahre alt und die ersparniss belaufen sich auf lächerliche 10000 euro? ob die nun weg sind oder nicht

  15. Anti Merkel Movement meint:

    stupid geman money und die welt lacht über deutsche rentner die den habenichtsen in usa die häuser finanziert haben.

  16. no mercy meint:

    “Auf und davon”

    Ich plädiere nicht fürs Verstaatlichen, sondern für Marktbereinigung, also dafür bankrotte Institute auch bankrott gehen zu lassen. Wenn der Staat aber schon meint, Geld an die Banken verschenken zu müssen, dann soll er auch die Banken kriegen.
    Und wo ist bitte der wirtschaftliche Sachverstand, wenn man sich seit 27 Jahren als Handelsvertreter durchschlagen muß?

    “Keinem Ami könnte man so einen Mist verkaufen.”

    Natürlich nicht. In welchem Land kleben sich Leute Aufkleber mit der Aufschrift “Can I pay my Visa with my Mastercard? an die Heckscheibe?

    “Mache jede Wette dass 98% aller deutschen Anleger nicht wissen was Emittentenrisiko bei Zertifikaten bedeutet. Wahrscheinlich nicht mal deren Verkäufer.”

    Das stimmt natürlich.

    @Kewil

    Unter Drogen stehen ja wohl die, die meinen, den Banken Steuergelder hinterher werfen zu müssen.
    Kompromisse sind immer faul, schon allein deshalb ist das Wesen des Politischen krank. Und entweder gab es nicht nur bei Leuten wie Hitler, warum gleich die Nazikeule?
    Marlene pflegte zu sagen: “Heiß oder kalt, aber nie lauwarm.”

  17. no mercy meint:

    Und hier mal was Gutes: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,581530,00.html

  18. Auf und davon meint:

    Um nicht nur zu kritisieren ein Schnellehrgang in krisenfesten Anlagen. Wichtig ist der Status der hinterlegten Papier. Es muss Sondervermögen nach §86 blabla sein. Dazu gehören Aktien, ETFs und Obligationen. Dann kann einem auch der Einlagenfonds schnuppe sein.

    Wenns im System brennt ist es besser sofort das Sparbuch zu räumen und in Wertpapiere umzuschichten. Gut geignet sind ETFs die auch Sondervermögen sind. Es gibt Gold ETFs die durch physisches Gold hinterlegt sind. Man muss also nicht mit dem Schaufelbagger vor die Bank fahren um sein Gold abzuholen.

    Aktien, ETFs sind Sachwerte und haben einen weiteren Vorteil. Man kommt damit relativ gut über eine Währungsreform hinweg. Nicht so bei Bargeld.

  19. Anti Merkel Movement meint:

    ist das zufällig gold was in usa lagert?

  20. Markus Oliver meint:

    Es ist nie richtig irgendein Unternehmen mit staatlichen Geldern am Leben zu halten. Lasst sie lieber in die Pleite gehen, aber bitte gebt mein Steuergeld nicht für irgendwelche Günstlinge aus.

  21. Auf und davon meint:

    @no mercy

    Es ist ja nicht so dass die HRE so einfach pleite geht. Wenn natürlich jeder in Panik seine Einlage abzieht dann schließen Banken früher oder später. Dazu genügt schon fehlendes Vertrauen oder ein Gerücht. Deshalb war die Lehmann-Schließung keine gute Idee. Nur die Depfa hat kein Einlagengeschäft. Im Falle der Depfa bzw. HRE handelt es sich um eine Bürgschaft für die Wertpapiere hinterlegt sind. Ähnlich einer Hypothek die mit einem Haus gesichert ist.

  22. no mercy meint:

    Ich muß meine Position wohl etwas korrigieren, die Intervention bei der HRE scheint doch noch gewisse moralische und ordnungspolitische Prinzipien zu respektieren. Gerade im Handelsblatt gefunden:

    “Um dem Vorwurf zu begegnen, es an Klarheit fehlen zu lassen, machen Bundesbank und Bafin zudem unmissverständlich klar: „Eine ordnungspolitisch nicht vertretbare Schonung der Vermögenspositionen der Aktionäre an der börsennotierten HRE-Holding wird dadurch vermieden, dass die Aktien der HRE-Gruppe als Sicherheit zur Verwertung abgetreten werden.“ Und schlimmer noch für die Aktionäre: „Unterstellt, dass die Verkaufserlöse dabei nicht die Beteiligungsbuchwerte in der Bilanz der HRE-Holding erreichen, werden auch die Risikokapitalgeber der HRE-Gruppe (Aktionäre der HRE-Holding) einen gehörigen Anteil an den Kosten des Rettungskonzepts tragen.“

    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/hre-rettungsplan-koennte-das-ende-bedeuten;2052090

  23. Schweinsohr meint:

    Die nächste Kreditblase: Staatsverschuldung

    Plötzlich sind sich alle einig. Der Kapitalismus ist Schuld. Der Finanzkapitalismus ganz besonders. Der amerikanische Finanzkapitalismus am allermeisten. Ein Riesen-Sündenbock springt durch alle Köpfe. Dass er aus der Politik so eifrig gefüttert wird, hat einen guten Grund: Ablenkung. Denn beim exzessiven Schuldenmachen sind amerikanische Hausbesitzer und deren Banken nun wahrlich nicht allein…

    Vor allem die Politiker Europas werfen sich in diesen Tagen eifernd ins Zeug. In besserwisserischen Posen schwadronieren sie über den Atlantik, als gäbe es da drüben nur verantwortungslose Kreditteufel, während hier alle Soliditätsengel zu Hause seien.

    Dabei sind gerade sie es, die systematisch eine Kreditblase noch größerer Dimension befeuern. In der Öffentlichkeit reden besonders deutsche Politiker gerne von „Sparpolitik“ und „Haushaltskonsolidierung“. Doch in Wahrheit nimmt die deutsche Staatsverschuldung auch in diesem Jahr weiter zu. Und zwar um 474 Euro pro Sekunde. Insgesamt sind es nun schon 1 591 000 000 000 Euro. Deutschlands Staatsverschuldung erreicht die unfassbaren Dimensionen eines kafkaesken Schlosses – eine gigantomane Fiktion gewesenen Geldes und doch so mächtig, dass wir alle zu Höflingen künftiger Forderungen degradiert sind. Und nach der Lektüre dieses Absatzes haben wir 5000 Euro neue Schulden dazubekommen. Fremdfinanziert übrigens, über die bösen Finanzmärkte.

    Nicht einmal mit gewaltigen Steuererhöhungen und einer boomenden Wirtschaft im Rücken ist es unserer Bundesregierung in den vergangen Jahren gelungen, auch nur ausgeglichene Haushalte vorzulegen. Nun lassen sich ordnungspolitische Sünden von verfehlten Gesundheitsreformen bis Mindestlohnwirrnissen wieder korrigieren – die Staatsverschuldung aber nicht. Sie lässt sich nicht wegreformieren. Sie muss schlichtweg bezahlt werden. Und langsam beschleicht einen die Frage: Was passiert eigentlich mit Deutschland in der bevorstehenden Rezession? Zumal schon wieder 5000 Euro Schulden gemacht wurden.

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/die_naechste_kreditblase_staatsverschuldung/

  24. kewil meint:

    http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E5E788E12EF594450948BD581EF551B5F~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  25. Auf und davon meint:

    Irgendjemand hat mal ausgerechnet dass die Tilgung der Bundessschulden, wenn gleiche Tilgungsraten wie bei Häuslesbauern zugrundegelgt würde und ab sofort keine Neuverschuldung mehr dazu käme, 640 Jahre dauert.

    Die Sache ist doch klar wie Kloßbrühe. Die Schulden werden weginflationiert oder im schlimmsten Fall über eine Währungsreform reguliert. Die Geschichte wiederholt sich dann wenn die Generation die sich noch daran erinnern könnte weggestorben ist. 1923+80=2003.

  26. Skandalos meint:

    35 Milliarden mal eben so raushauen als hätte der Staat (der eh schon 1,5 Billionen Schulden hat) unbegrenzt Geld in der Hinterhand halte ich für einen Offenbarungseid. Die Angst ist längst größer als der Verstand, stimmts? Klingt ja auch hier bei Kewil und anderen Kommentatoren durch.

    Und in der Angst handelt man ruckartig, damit die Angst nicht noch größer wird. Dabei wird man - wenn es wirklich Grund zur Angst gibt - um die große Krise eh nicht herum kommen. Da helfen dann auch die ganzen finanzpolitischen Trix nix, die ohnehin ihre Wirkung nie ohne mindestens ebenso starke Nebenwirkungen erzielen.

    Da finde ich die Amis cooler und vernünftiger, die mal eben das wahnsinnige 700 Mrd Programm abgeblockt haben.

  27. no mercy meint:

    @Auf und davon

    Man darf nicht vergessen, daß es neben der Inflation noch das Wirtschaftswachstum gibt, welches den Anstieg der Schuldenquote mindert. Letztendlich relevant für die Schuldenquote ist nicht das reale, sondern das nominale Wachstum. Wachsen die Schulden schneller, steigt die Verschuldungsquote, wachsen die Schulden langsamer, sinkt die Quote.
    Ist das Haushaltsdefizit auf Dauer gleich dem nominalen Wachstum, strebt die Verschuldungsquote dem Grenzwert 100% entgegen, egal ob die ursprüngliche Verschuldung bei 0% oder 200% lag.

    “Irgendjemand hat mal ausgerechnet dass die Tilgung der Bundessschulden, wenn gleiche Tilgungsraten wie bei Häuslesbauern zugrundegelgt würde und ab sofort keine Neuverschuldung mehr dazu käme, 640 Jahre dauert.”

    Das kann nicht stimmen. Wenn keine neuen Schulden hinzukommen , man von einer ursprünglichen Verschuldungsquote von 60% ausgeht und man ein langfristiges nominales (kein reales!) Wachstum von 4% zugrunde legt, verdoppelt sich das nominale BIP ungefähr alle siebzehneinhalb Jahre, in diesem Zeitraum halbiert sich auch die Schuldenquote. Nach 105 Jahren läge die Schuldenquote, ohne das je ein Cent zurückgezahlt wurde bei 0,9375%. Im 106. Jahr würde ein einmaliger Überschuß von nicht einmal einem Prozent genügen, die Schulden auf einmal zu tilgen.
    Bei einem Überschuß von einem Prozent und vier Prozent nominalem Wachstum, könnte die deutsch Staatsschuld in weniger als 35 Jahren vollständig getilgt sein.

  28. no mercy meint:

    Andererseits gibt es keinerlei moralische Verpflichtung, die Staatsschulden zurückzuzahlen. Hier trägt nicht einmal der Eigentumsschutz, im Gegenteil. Das “Eigentum” der Staatsgläubiger kann nur durch Verletzung des Eigentums Unschuldiger, d.h. des Eigentums der Steuerzahler, geschützt werden. Hier ist eine Güterabwegung zugunsten der Unschuldigen zu treffen. Die Staatsgläubiger sind aber nicht unschuldig, da sie dem Staat das Geld in der Absicht geliehen haben, finanziell an seinen Raubzügen zu partizipieren. Dieses Verhalten kann als Hehlerei aufgefaßt werden. Da der Vertrag zwischen dem Staat und seinen Gläubigern somit auf sittenwidrige Weise zustande kam, ist er Null und nichtig. Deshalb kann die Staatsschuld jederzeit annulliert werden.

  29. no mercy meint:

    Es heißt natürlich Güterabwägung.

  30. Skandalos meint:

    Ron Paul zur heutigen Entscheidung gegen die 700Mrd Doller Hilfe:

    http://de.youtube.com/watch?v=lFh6PU6qM9Q

    Der Typ spricht mir aus der Seele.

  31. boed meint:

    Hypothese:

    Nach dem Kursverlauf der Depfa-Aktie und der Analystenkommentare von vor 1,5-2 Jahren muß die Depfa damals bereits Schwierigkeiten -egal welcher Art- gehabt haben.
    Nachdem es sich ursprünglich um einen deutschen Staatsfinanzierer handelte, kann man sich vorstellen, daß politisch Einfluß auf die HRE genommen wurde, die Depfa vor einem Jahr zu übernehmen. Bei Verschärfung der allg. Finanzkriese ist die jetzt bekannte Entwicklung kein Wunder. Insofern wäre die staatliche schnelle Rettungsaktion nur mehr logisch und richtig.

  32. kewil meint:

    http://www.welt.de/finanzen/article2515362/Das-Millionengrab-der-deutschen-Kleinanleger.html

  33. kewil meint:

    UBS: Aktienpaket im Wert von 1,5 Milliarden verschollen

    http://www.bazonline.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/UBS-Aktienpaket-im-Wert-von-15-Milliarden-verschollen/story/16124715

  34. Auf und davon meint:

    @no mercy
    Ich bezweifle Deine Tilgungsrechnung nicht. Ein Wachstum des BIP von 4%/a ist selbst in der Hochkonjunktur schon lange nicht mehr erreichbar. Das Wachstum liegt eher bei 1-2%

    Hier ein Auszug aus Wikipedia:
    Zwischen 1965 und 2002 überstieg die Summe der Zinsausgaben die Summe der Neuverschuldung. Die Neuverschuldung deckte also nicht einmal die Zinsausgaben. Dieses von der Bundesbank als „Teufelskreis einer Schuldendynamik“ bezeichnete Problem hat bereits zu einem Schuldenberg geführt, der nur schwer wieder abgetragen werden kann. Selbst bei einer jährlichen Rückzahlung von 13 Milliarden Euro wäre dies in 100 Jahren nicht möglich. So erklärte Prof. Reimut Jochimsen, Landeszentralbank-Direktor von Nordrhein-Westfalen, 1999: „Für die Gesamtheit der elf EWU-Länder gilt, dass die Neuverschuldung gerade ausgereicht hat, die Zinslast aus der Verschuldung zu decken. Im Zeitraum 1970 bis 1998 war die Defizitquote mit 3,57 Prozent des BIP praktisch genauso hoch wie die Zinslastquote mit 3,63 Prozent.“

  35. kewil meint:

    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/854189/

  36. no mercy meint:

    @Auf und davon

    Ein durchschnittliches NOMINALES Wachstum von 4% ist realistisch und langjähriger Durchschnitt, dazu reichen ein reales Wachstum von 2% und eine Inflation von 2%. (Man darf die Prozentsätze von realem Wachstum und Inflation zwar nicht einfach addieren, sondern, wenn man mathematisch korrekt sein will, muß sie faktorisieren, miteinander multiplizieren und danach das Produkt defaktorisieren; aber bei einstelligen Prozentsätzen - nicht bei zweistelligen! - ist der Fehler so klein, daß man getrost einfach addieren darf)

    “Zwischen 1965 und 2002 überstieg die Summe der Zinsausgaben die Summe der Neuverschuldung. Die Neuverschuldung deckte also nicht einmal die Zinsausgaben.”

    Man darf aber auch nicht vergessen, daß sich die Neuverschuldung aus der Differenz zwischen Sekundärhaushalt und Haushaltsmitteln errechnet. Im Sekundärhaushalt sind, anders als im Primärhaushalt, schon alle Kredite bedient.

    Ich bin durchaus nicht für Staatsverschuldung, ich würde Neuverschuldung verbieten und die Altverschuldung schlicht annulieren, egal wer da vor die Hunde geht, aber deshalb lasse ich mir noch lange keine Horrormärchen erzählen. So dramatisch ist die Verschuldung dann auch nicht.

  37. kewil meint:

    http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/unternehmen/zurich_abschreiber__1.999418.html

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