Martin Broszat: Unterschiede Katholiken und Protestanten unter Hitler

6.07.2009

Im Rahmen einer häuslichen Abräum- und Aufräumaktion Zitate aus diversen Büchern zu diversen Themen. Hier eine Stelle zu den Kirchen am Beginn des Dritten Reiches aus Martin Broszat, Der Staat Hitlers. Grundlegung und Entwicklung seiner Inneren Verfassung, veröffentlicht 1969. Broszat ist einer der bedeutendsten Historiker, was die Geschichte von 1933 bis 1945 angeht:

Gehörte es zu Hitlers bedeutendsten Erfolgen im Jahre 1933, daß es ihm, vor allem durch das Konkordat, gelang, auch die katholische Kirche zu positiver Stellungnahme und Loyalität gegenüber dem NS-Regime zu bewegen, so kühlten sich diese Beziehungen doch rasch wieder ab, als deutlich wurde, daß das NS-Regime systematisch daran ging, alle über die Seelsorge hinausgehenden Aktivitäten der katholischen Kirche (besonders ihre Jugendorganisationen und Gewerkschaften, die katholische Presse, die Laienbewegung der »Katholischen Aktion« u. a.) zu erschweren, nach und nach gleichzuschalten oder zu unterdrücken. In stärkerem Maße als gegenüber der protestantischen Kirche zeigte sich dabei die prinzipielle Natur dieses Gegensatzes.

Der »römische« Katholizismus galt nach den Begriffen der völkischen Ideologie nächst dem Judentum und dem Marxismus als besonderer Feind einer »nordisch-germanisch« bestimmten Weltanschauung. Es war bezeichnend, daß es während der ganzen Zeit des Dritten Reiches in der Gestapo und im SD unter den Abteilungen für Gegnerbeobachtung und -bekämpfung (neben Judentum und Marxismus) stets ein Referat »Politischer Katholizismus« gegeben hat, während der protestantischen Kirche eine solche Einstufung zum grundsätzlichen, ideologisch bestimmten Gegner nicht zuteil wurde.

Auch das Ausmaß der politischen Verfolgung war im ganzen verschieden. Hunderten von deutschen katholischen Geistlichen, die z. T. Jahre in den Konzentrationslagern verbrachten, standen nur relativ wenige langfristig verhaftete protestantische Geistliche gegenüber. So unvereinbar letzten Endes Christentum und Nationalsozialismus überhaupt waren, so nahm der Nationalsozialismus doch an der katholischen Kirche wegen ihres universalen, übernationalen Charakters, ihrer stärkeren institutionellen Eigenständigkeit und geistlichen Macht weit mehr Anstoß. Dabei zeigte es sich auch, daß die zunehmende Zurückdrängung und Verfolgung der katholischen Kirche, die Strafprozesse gegen katholische Geistliche, die Schließung öffentlicher katholischer Schulen, die Konfiskation katholischer Klöster etc. bei den konservativen Trägern des Hitler-Staates (in der Verwaltung, Justiz, Wehrmacht) relativ wenig Kritik und Widerstand erfuhren. Bestand doch gegenüber der katholischen Kirche und ihrem starken öffentlichen Einfluß bei der NSDAP und den deutschnationalen und konservativen (ganz überwiegend protestantischen!) Regierungspartnern Hitlers wenigstens bis zu einem gewissen Grade eine übereinstimmende (negative) Grundhaltung.

Anders verhielt es sich von Anfang an mit den protestantischen Kirchen, die schon auf Grund ihrer staatskirchlichen Tradition in der preußisch-konservativen Führungsschicht des Beamtentums und Militärs (auch im Reichspräsidenten) starken Rückhalt hatten. Umgekehrt konnte auch die NSDAP im Lager des Protestantismus 193 3 nicht nur mit Wohlwollen und Loyalität, sondern darüber hinaus mit einer beträchtlichen aktiven Gefolgschaft rechnen. Diese ging vor allem von verschiedenen Gruppen unter protestantischen Laien und Pfarrern aus, die sich 1932 zur »Glaubensbewegung Deutsche Christen« zusammengeschlossen hatten und bei den Kirchenwahlen im Gebiet der Altpreußischen Union im November 1932 rund ein Drittel aller Sitze in den kirchlichen Gemeinde- und Synodal-Vertretungen erlangt hatten. Die »Deutschen Christen« unter ihrem »Führer«, dem Pfarrer und Parteigenossen Joachim Hossenfelder, stellten gleichsam eine NS-Fraktion innerhalb der Evangelischen Kirche dar. Von der Machtübernahme der NSDAP versprachen sie sich (wie andere Gliederungen und Richtungen innerhalb der NS-Bewegung auch) die Durchsetzung ihrer speziellen Wünsche und Vorstellungen: die Erneuerung des protestantischen Christentums im Sinne einer »arteigenen« Volkskirche und die Überwindung der landeskirchlichen Zersplitterung und der obrigkeitlich-patriarchalischen Bischofs- und Superintendenten-Verfassung der protestantischen Kirchen durch eine starke von Laien und Pfarrern bestimmte einheitliche nationale Reichskirche.

Innerhalb der NSDAP (wie der deutsch-völkischen Bewegung überhaupt) gab es seit jeher eine Gruppe von alten Parteigängern Hitlers, die im Gegensatz zu den »Atheisten« Alfred Rosenberg, Martin Bormann u. a. im Sinne des »positiven Christentums« (Punkt 24 des Parteiprogramms von 1920) subjektiv aufrichtig an eine Verbindung von Nationalsozialismus und protestantischem Christentum glaubten. Prominente Vertreter dieser Richtung waren u. a. der kurmärkische Gauleiter Wilhelm Kube und der ehemalige Fraktionsführer der NSDAP im preußischen Landtag, Hans Kerrl (seit Frühjahr 1933 preußischer Justizminister).

Eine Bestätigung und Unterstützung dieser Richtung schien es zu bedeuten, daß die NSDAP in den Jahren des entscheidenden Kampfes um die Macht vor 1933 bewußt ihre positive Einstellung zum Christentum durch scharfe Angriffe auf den »atheistischen« Marxismus und die Befürwortung völkisch-christlicher Schulerziehung zur Schau stellte. Auch Hitler selbst wußte durch häufige öffentliche Anrufung »des Allmächtigen« und »der Vorsehung« den Eindruck des durchaus frommen, demütigen Führers zu erwecken, und in den protestantischen Gegenden des Reiches wurden SA-und SS-Männer vielfach scharenweise zum Besuch von Gottesdiensten abkommandiert, um diesen Eindruck zu verstärken. Die pseudoreligiöse Stimmungsmache des Nationalsozialismus, die von einer Minderheit protestantischer Christen von vornherein als diabolischer Götzendienst erkannt wurde, verfehlte bei großen Teilen der protestantischen Gläubigen nicht ihre suggestive Wirkung und erklärt die überschwengliche Verehrung, die Hitler gerade aus christlich-protestantischen Kreisen zuteil wurde… (Ausgabe 2007, Marix-Verlag, S. 283 ff.)

19 Antworten zu “Martin Broszat: Unterschiede Katholiken und Protestanten unter Hitler”

  1. Yussuff Ben Vollsuff meint:

    Gestern Nazis. Heute Gutmenschen.
    Da kann man mal sehen, was die Organisationsform ausmacht.

  2. Tiberius meint:

    Sehr detailliert und gut dazu: Jürgen W. Falter, Hitlers Wähler, München 1991:

    „Manche als gesicherte Wahrheit gehandelte Hypothese gerät durch die vorgestellten Untersuchungsergebnisse ins Wanken, manches wissenschaftliche oder volkspädagogische Vorurteil wird erschüttert. Die NSDAP erweist sich so keineswegs als die reine Mittelschichtenbewegung als die sie fast ein halbes Jahrhundert lang gehandelt wurde. Vielmehr repräsentiert sie – stärker als jede andere Partei jener Jahre – von ihrer Wählerbasis her gesehen eine Art „Volkspartei des Protests“ oder, wie man angesichts des relativen Übergewichts vor allem der evangelischen Selbständigen unter ihren Wählern plakativ formulieren könnte, eine »Volkspartei mit Mittelstandbauch«.“ [S. 13.]

    “Bendix und mit ihm die Massentheorie scheint folglich recht zu behalten, wenn er von einer starken Tendenz ehemaliger Nichtwähler und DNVP-Anhänger ausgeht, bereits im Jahre 1930 NSDAP zu wählen. [367] Doch stellten die ehemaligen Nichtwähler keineswegs, wie er meint, die Hauptquelle der ersten NSDAP-Anstiegswelle dar. Nur jeder fünfte NSDAP-Wähler von 1930 hat sich unseren Ergebnissen zufolge 1928 der Stimme enthalten. Lipset und die von ihm vertretene klassentheoretische Erklärung der NSDAP-Wahlerfolge scheint dagegen die Rolle ehemaliger liberaler Wähler sehr viel korrekter einzuschätzen als Bendix. Aber auch sie stellten nach den hier vorgestellten Berechnungen nur rund jeden fünften NSDAP-Wähler von 1930. Mit seinen Annahmen über die relative Immunität von DNVP- und Nichtwählern gegenüber der nationalsozialistischen Ansteckung im Jahre 1930 hat Lipset hingegen sowohl auf der Ebene der Aggregatbeziehungen als auch auf der der individuellen Wähler unrecht. Die Splitterparteien schließlich verloren entgegen Lipsets Vorstellung erst im Juli 1932 in nennenswertem Maße Wähler an die NSDAP. Beide Thesen, die massen- wie die klassentheoretische, werden demzufolge der Komplexität der realen Wählerwanderung zur NSDAP unvollkommen gerecht. Auch Burnham verfehlt mit seiner Immunisierungstheorie die Vielschichtigkeit der Realität beträchtlich, wenn er unterstellt, daß 1930 und 1932 der NSDAP-Aufstieg ausschließlich eine Folge der gestiegenen Wahlbeteiligung und des Verlustes der »nicht-konfessionellen« bürgerlichen, konservativen, partikularistischen und interessenorientierten Parteien dargestellt habe.
    Dagegen dürfte seine These, daß die Wählerwanderung primär blockintern verlaufen seien, die Wähler des Nationalsozialismu also mehr oder minder ausschließlich dem evangelisch-bürgerlichen Lager entstammten, die historische Realität zwar nicht vollständig, aber doch deutlich besser abbilden als die klassen- und die massentheoretische Erklärungsvariante. Das sozialistische und das katholische Lager weisen den Ergebnissen der vorliegenden Untersuchung zufolge die höchsten Haltequoten auf. Dagegen übte das sogenannte bürgerlich-protestantische Lager nach 1924 nur noch eine relativ geringe Bindewirkung aus: Im Durchschnitt aller Wahlen stimmte nach unseren statistischen Schätzungen nur jeweils ein Drittel seiner Anhänger für eine andere bürgerlich-protestantische Gruppierung. Als besonder gering erwiesen sich innerhalb dieses Lagers die durchschnittlichen Haltequoten der liberalen Teilkultur und der diversen interessenbezogenen und partikularistischen Gruppierungen, während die DNVP trotz beträchtlicher Fluktuationen zwischen 1928 und Juli 1932 im Schnitt eine deutlich stabilere Stammwählerschaft aufwies als die übrigen Parteien diese Lagers. Betrachtet man als komplementäres Phänomen die blockübergreifenden Wanderungen, so wies das sozialistische und das katholische Lager zwar die augenscheinlich niedrigsten Werte auf; bezieht man jedoch in den evangelisch-bürgerlichen [368] Block die Nationalsozialisten mit ein, wie Burnham dies tut, sind bei diesem Wählerlager die geringsten blockübergreifenden Wählerwanderungen zu beobachten. Burnham erfährt durch dieses Resultat eine zumindest relative Bestätigung, obwohl auch er den Ausstausch der übrigen Lager mit dem Nationalsozialismus vermutlich unterschätzt.”

  3. Pierre Sanft meint:

    OT:
    @kewil: Weil du vermutlich die Kommentare von älteren Artikeln nicht liest, deswegen hier der Hinweis.
    Ein sehr gutes Blog für die amerikanische Kultur, Leben etc. ist:

    http://usaerklaert.wordpress.com/

    Zum Thema “Free Speech”:
    http://usaerklaert.wordpress.com/index-der-eintrage-nach-themen/

    Ist für mich immer wieder interessant zu lesen, die Unterschiede zu Europa.

  4. Markus Oliver meint:

    Sehr gut auch das Buch “Backing Hitler“.

  5. M.Voltaire meint:

    OT: Bildband “Burka” - Wo das große Schwarze kneift

    http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,634091,00.html#ref=rss

    Mal sehen, wie lange die Frau noch am Leben ist… .

  6. MR meint:

    @ M. Voltaire

    Vielen Dank für den Link. Am besten sind die redaktionellen Gutmenschen-Sprüche unter jedem Bild. Was werden wohl betroffene SPIEGEL-Leser bei solch einem Artikel denken?

  7. neuer meint:

    Tatsache bleibt, daß Heroismus im Widerstand auch bei den Katholiken nur selten anzutreffen war, sie mitliefen wie andere auch.

    Tatsache auch, daß die Romkiche aus eigenem Vorteil (u.a. Kirchensteuer) den Konkordats-Pakt mit Hitler schloß, obwohl längst Klarheit herrschen konnte (bei den gewiß nicht dummen Kirchenführern) nicht über spätere Dikaturverschärfungen und Verbrechen, aber über die -mit dem Christentum inkompatible- Ideologie und Real-Politik Hitlers.

    Tatsache, daß dieses Konkordat dem Hitler-Regime innen- wie außenpolitisch genutzt hat, einen Ansehensgewinn verschaffte.

    Tatsache auch , daß die katholische Religionsideologie ähnlich totalitär-seelenbeherrschend ist wie Kommunismus, Nazismus, Islam und somit bei ihren Millionen Anhängern über die Jahrhunderte eine verfestigte persönliche Bindung, Bewußtseinskontrolle erreicht hatte, von der man nicht so leicht woanders hin springt, springen kann. (Siehe dazu auch das verfestigte, einsichtslose, Selbstkritik ausschließende Verhalten gewisser Alt-Nazis, Alt-Kommunisten und heutiger Islam-Radikaler).

    Wer die vielfältige Arroganz, Machtanmaßung, Überlegenheitsgewißheit der Katholischen Kirche in der West-BRD in den CDU-dominierten 50ern und 60ern noch erlebt hat, wird sich noch erinnern, wie abschätzig damals deutsche Katholiken noch auf die evangelischen Mitbürger herabsahen fast wie auf Menschen zweiter Klasse.

    Und bis heute erkennt die Romkirche die Evangelischen nicht als Christen an, sondern betrachtet sie nachwievor als illegitim abgefallen vom einzig wahren Katholischen Glauben.

    kewil sagt: Tatsache auch, dass du ein bisschen viel Scheissdreck auf engem Raum schreibst, Halte dich ans Thema, Leute, die immer bei Adam und Eva anfangen hab ich nicht so gern! Im übrigen handelt es sich um ein Buch mit 500 Seiten, kauf es und halt die Klappe!

  8. MR meint:

    @ neuer

    Es geht nicht darum, daß es unter Katholiken genügend Mitläufer gab und gibt (siehe “Zunge raus gegen rechts”).

    Sondern daß es immer wieder so hingestellt wird, als ob Hitler und die katholische Kirche ganz dicke Freunde gewesen seien. Der Historiker Broszat greift dieses Halbwissen an und antwortet, daß sich Hitler-Mitläufer eher unter Protestanten fanden.

    Natürlich ganz zu schweigen von Esoterikern, Öko-Idioten, Karrieristen, Arbeitern, Atheisten, Vegetariern, linken Intellektuellen, dem Pöbel etc.

  9. Kirschbaum meint:

    Broszat´s Sichtweise ist wirklich interessant. Ich bin leider erst vor einigen Jahren durch amerikanische Katholiken darauf gebracht worden, diesen Zeitabschnitt mal ohne die gängige Hochhut´sche Brille anzusehen. Liest man dann “Mein Kampf”, fällt auf, wieviel religionssoziologische Kenntnis und Raffinesse sogar bei Hitler selbst vorhanden war, um seinem Ziel näherzukommen, die Kirchen, die zwar volksfrömmig aber nicht völkisch waren, dem NS-Regime dienstbar zu machen.
    Kein Wunder, daß er sich gegen Ende in Deutschland lieber einen anderen gewachsenen Kult, als die Sklavenreligion des Christentums gewünscht hätte.
    Eine säkularisiertere, der Aufklärung (sic) zugeneigte, “heidnischere” liberalprotestantische Staatskirche war dabei naturgemäss ersatzreligiösen Politideologien um einiges eher erlegen, als Bekennende Christen, Freikirchler, oder gar ultramontane Katholiken. “Deutsche Christen” waren nicht gerade besonders christlich.

    Claus E. Bärsch und sein Schüler Michael Hesemann haben in den letzten Jahren angefangen, den Nationalsozialismus unter dem Aspekt der “Ersatzreligion” zu erforschen:
    http://www.amazon.de/Hitlers-Religion-Michael-Hesemann/dp/3629016782
    http://www.amazon.de/Die-politische-Religion-Nationalsozialismus-NS-Ideologie/dp/3770531728

    Schaut man heute auf die Seite des Bundes der katholischen Jugend, springt einem sofort ersatzreligiöser Zeitgeist wie “Kampf gegen Rechts”, Globale Erwärmung, Gender Mainstreaming und Gewerkschaftskampf entgegen. Wenn man unlängst auf Phoenix Teile des evangelischen Kirchentages angesehen hat, hatte man teilweise das Gefühl, es mit einem ganz neuen Kult zu tun zu haben.

    Auch der Piusbruderschaft würde ich in diesem Fall Recht geben, wenn sie indirekt nahelegt, daß Stefan Kramer eigentlich die Tora gar nicht leiden mag, sogar schon als ehemals aufgeklärter Protestant.

  10. Kirschbaum meint:

    Nebenbei, finde ich, muß man es kewil hoch anrechnen, daß er ohne Kirchenzugehörigkeit, aus reinem Gerechtigkeitsgefühl heraus, regelmässig solche verschütteten Quellen der Öffentlichkeit zugänglich macht, während sich selbstgerechte, moralisierende Kampagnenjournalisten halbsteif von einem Erregungspotential zum nächsten schleifen.

  11. Antifo meint:

    Man kann sich übrigens fragen, welche Übergänge es zwischen diesem Referat “politischer Katholizismus” bei Gestapo und SD damals und der Forderung Volker Becks u.a. zur Überwachung der Piusbruderschaft durch den Verfassungsschutz heute geben mag: Wenn man das Agieren der Kirche in der Sphäre des Politischen wegen Mt 22,21 als per se illegitim ansieht, dann wäre natürlich auch schon der ultramontane Kulturkampf vor und während der Zeit des zweiten Kaiserreiches illegitim gewesen. Ich meine nicht, daß er das war, denn wenn er illegitim gewesen wäre, dann müßte man ja auch all die ganzen Erklärungen und Enzykliken verwerfen, mit denen die RKK sich den “Ingredienzien” des Modernismus in und außerhalb der Kirche entgegen gestellt hatte:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Syllabus_Errorum

    Ich meine, daß die RKK sich nicht dafür schämen muß, weil der Nationalsozialismus ja dem Schoß der Moderne entsprang …

  12. Maximilian meint:

    @ Neuer
    Bevor Sie hier einen Rundumschlag gegen die katholische Kirche machen, sollten Sie sich erst einmal informieren. Ich empfehle Ihnen dringend, sich vielleicht durch googeln über das Konkordat und die Kirchensteuer kundig zu machen, die übrigens im Zusammenhang mit den Enteignungen der Kirche lange vor dem Nationalsozialismus entstanden ist. Beim Konkordat ging es überhaupt nicht um Kirchensteuern, sondern um kirchenrechtliche Angelegenheiten, also z.B. Religionsunterricht, Schulen, Eheschließungen etc.

    Ich habe als Nichtkatholik die von Ihnen beklagten Jahre unter Katholiken verbracht, ich kann nur Gutes berichten. Dies zu den persönlichen Vorurteilen, wenn man das Ganze beurteilen will, aber nur emotional reagiert bzw. bestimmte Bücher liest, die von gewissen Medien zu Bestsellern hochgejubelt werden.

    Im Katholizimus kommt das Gewissen vor dem Gehorsam vor der Obrigkeit. Das könnten Sie z.B. in dem Buch über Priester vor Hitlers Tribunalen nachlesen oder in den Fastenpredigten des Kardinal Faulhabers während der Nazizeit, in der er die hohe wirtschaftliche(!) Ethik des Judentum lobte.

    Die katholische Kirche behauptet nicht, daß evangelische o.a. Christen keine seien. Sie lehrt lediglich, daß es nur eine Kirche gibt, Teile sich von ihr abgespalten haben. Der Unterschied zwischen Katholiken und Protestanten liegt im Verständnis von Glaube und Werke. Die katholische Kirche erkennt den freien Willen des Menschen an, jederzeit zwischen Gut und Böse unterscheiden zu können, aus dem Glauben heraus gute Werke zu tun. Luther hat bekanntlich gesagt, daß allein der Glaube zu Gott führen kann, auch wenn der Christ kräftig sündigt. Inzwischen gibt es dazu allerdings eine gemeinsame Erklärung zwischen Katholiken und Protestanten.

    Den 30-jährigen Krieg noch einmal zu führen, bringt angesichts der islamischen Bedrohung nichts. Vielleicht sollten Sie Ihre Verbitterung, Ihre Vorurteile und Ihre Wissenslücken noch einmal überdenken. Gerade weil Sie in diesem Forum neu sind.

    Und dann wäre es vielleicht angesichts der Shoa hilfreich, wenn Sie einmal jüdische Stimmen zur Haltung der Kirche im Nazireich lesen würden, die nicht auf der Hochhuth-Linie liegen: Pinchas Lapide, Einstein, Israel Zolli (Oberrabbiner von Rom), David Dalin, Golda Meir, Leonard Bernstein etc.

    In jedem Volk gibt es nur wenige Helden, unter Katholiken gab es diese und in katholischen Gebieten erhielten die Nazis die wenigsten Stimmen.

    Der Witwe und den Kindern eines ev. Pfarrer, der mit katholischen Priestern Widerstand geleistet hatte und dafür hingerichtet wurde, versagte die ev. Kirche sogar die Rente. Umso mehr gilt es, einem Dietrich Bonhoeffer Respekt zu zollen. Sein Relief, also das eines ev. Pfarrers, ist in der Privatkapelle des Papstes im Vatikan zu sehen, neben einem orthodoxen Märtyrer.

    Der größte Unterschied zwischen Islam und Juden- und Christentum ist das Tötungsverbot und das Gebot der Nächstenliebe, ebenso wie die Abschaffung des Opfers (Ramadan) sowie die Schöpfung des Menschen nach dem Bilde Gottes, und zwar Mann und Frau. Auch hier ist Ihr Vergleich höchst unangebracht.

  13. JasminB meint:

    Die National-Sozialisten waren Sozialisten und demnach in zweierlei Hinsicht gg die Katholiken:

    Der Katholizismus ist international(istisch), die Nachteile sieht man im Zusammenhang mit der Masseneinwanderung von Muselmanen

    Eines der 10 Gebote lautet: Du solst nicht stehlen.
    Aber genau das tun die Sozialisten. Daher ist auch die Befreiungstheologie Käse!

    Die Evangelen sind genauso wie die National-Sozialisten (Nasos) national oder sogar noch kleiner orientiert. Es gibt alleine in der BRDDR 23 evangelische Kirchen.

    (Exkurs: Kleiner Seitenhieb gegen NEUER: Es gibt nicht eine “evangelische Kirche”. Es gibt zahllose ev. Kirchen. ZB die von Hessen-Waldeck. Welche der Kirchen soll die Kath Kirche denn anerkennen. Und: Ist das den Evangelen so wichtig? Luther würde sich im Grabe umdrehen. Und nicht zuletzt: Der Papst, damals noch Kardinal, hat lediglich gesagt, daß das Verständnis des Begriffs “Kirche” ein anderers sei. Die Kath. Kirche ist universell, die ev. Kirchen sind regional oder provinziell oder national.)

    Das sozialistische, mithin menschenverachtende, am National-Sozialismus (Naso) widerstrebt sowohl den Katholen wie Evangelen.

  14. norkont meint:

    @ neuer

    das ist also einer dieser blogs wo man vernünftige kommentare daran erkennt, das sich unter ihnen in dicker schwarzer schrift hysterische schimpfwortkaskaden stauen.

    frage mich immer ob die blogger sowas den kommentatoren auch ins gesicht sagen würden…

    kewil: Was an dem Geschwätz eines Primaners, der wieder mit dem Konkordat anfangen muss, gescheit sein soll, wenn es um Unterschiede zwischen Katholiken und Protestanten geht, wissen nur PISAnten wie du. Seit ich dieses Blog betreibe, haben ungefähr zwischen 70 und 100 andere schon gemeint, sie müssten mir was zum Konkordat erzählen. Du glaubst es nicht, es gibt sogar einen artikel dazu. Ich kann dann deshalb nur noch kotzen, wenn ich immer denselben Dreck höre. 200 mal stand schon da, Hitler habe immer Kirchensteuer gezahlt und all diese gequirlte Schifferscheisse! Ich will keine Besserwissi, sondern GEIST und VERSTAND und mal was neues, Ungedachtes!

  15. W. Moser, Fichtenau meint:

    @Broszat ist einer der bedeutendsten Historiker, was die Geschichte von 1933 bis 1945 angeht.

    Aber nur, wenn man „bedeutend“ so definiert: Durch pseudowissenschaftliche Volkspädagogik „zu jener Kartharsis beizutragen, welche nach der Epoche des Dritten Reiches Gebot nationaler Selbstachung ist“ (so Martin Broszat in der Einleitung zu „Kommandant von Auschwitz. Autobiographische Aufzeichnungen des Rudolf Höss“, München 1963).

    kewil sagt: Aus dem Zusammenhang gerissener Halbssatz, der absolut gar nichts aussagt, du ahnungslose PISA-Tulpe. Niemand ausser dir streitet Broszat seinen Rang ab!

  16. W. Moser, Fichtenau meint:

    Hier der Anfang des Zitats: „So kann und soll diese Veröffentlichung („Kommandant in Auschwitz“), indem sie mit der abgründigsten Unmenschlichkeit konfrontiert, zu jener Karthasis beitragen . . .“

    Entlarvender kann man den volkspädagogischen Nukleus zeitgeistiger Umerziehungshistoriker, unter denen Broszat als primus inter pares fungiert, nicht definieren. Daß Broszat vor den aus Höss´ sog. Autobiographie ins Auge springenden Widersprüchlichkeiten und historischen Abstrusitäten blindlings die Augen verschlossen hat, dies zu erkennen müßte man sich schon der fatalsten aller PISA-Scheuklappen entledigen, jener nämlich, mit denen, ohne es zu spüren, selbst Zeitgenossen herumlaufen, die, wie Sie, noch im Schlaf Stein und Bein darauf schwören würden, jederzeit und immerdar gegen den Strom zu schwimmen.

    Ich schicke Ihnen gern einmal meinen Schriftverkehr mit dem in diesem Zusammenhang einschlägigen „Institut für Zeitgeschichte“, das sich bei der Verteidigung seines langjährigen Direktors, eben jenes Volkspädagogen B. und seiner Höss-Klitterung, um Kopf und Kragen redet.

    kewil sagt: Politkorrekter neumodischer Käse irgendeines Altachtundsechzigers. Am Wort Katharsis stört mich absolut gar nix! Niemand hat irgendein Werk von Broszat und was darin steht bestritten! Und darum geht es einzig und allein. Bringen Sie irgendeine Tatsache aus dem von mir zitierten Buch, die nicht stimmt. Bitte sehr, ich warte!

  17. W. Moser, Fichtenau meint:

    Aufschlußreich, wie Sie, sobald es eng wird, schwuppdiwupp, in die mainstreamige Scheinfuchtelei verfallen, gegen die Sie in Ihrem Blog vorgeblich zu Felde ziehen. Das von Ihnen erwähnte Broszat-Buch habe ich mit keinem Wort erwähnt, es geht mir so was von am Arsch vorbei, weil es nicht ein Deutchen daran ändert, was ich über B. gesagt habe. In die gleiche argumentative Abstrusitätenschublade paßt die Hirnrissigkeit vom „politkorrekter neumodischen Käse eines Altachtundsechziger“. Offenkundig merken Sie schon gar nicht mehr, wenn Sie sich vergaloppieren.

    kewil sagt: Ich weiß sofort was los ist. Was soll denn ein solch lächerliches Sätzchen überhaupt bedeuten? Nichts natürlich, nur politkorrektes Rumgenöle an einem längst verstorbenen Historiker, der verdienstvolle Bücher geschrieben hat. Auf das dumme Geschwätz der Nachgeborenen, die selber nix geleistet haben, verzichte ich! Was sind denn Ihre tollen historischen Werke? Bitte nennen Sie diese mal!

  18. W. Moser, Fichtenau meint:

    Ach du liebes Lieschen, nun auch noch der F-J-St-Rohrkrepierer „Haben Sie überhaupt Abitur?“ In Ihrem Fall würde ich sagen: PISA hoch (oder besser niedrig) drei. Mindestens.

    Das macht das Netz für Leute Ihres geistigen Waschgangs so saugefährlich, weil es jede leere Trommel vor aller Welt bloßstellt. Viel Spaß beim Weiterrotieren!

  19. Papst-Karikatur mit Hakenkreuz zul?ssig - politikstube.de und theologieforum.de - die christliche Community - Politikforum Theologieforum Theologielexikon meint:

    […] solche Einstufung zum grunds?tzlichen, ideologisch bestimmten Gegner nicht zuteil wurde. Quelle: Martin Broszat: Unterschiede Katholiken und Protestanten unter Hitler __________________ Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was dar?ber ist, das ist vom ?bel. […]

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